Wölfe im Schafspelz

Irrlehre am Wort Gottes


Die Bibel

„Wort Gottes“ und „Buch Gottes“

„Wort Gottes" und „Buch Gottes" sind ‑ was den Begriffs­umfang betrifft ‑ nicht ohne weiteres dasselbe. Vielmehr ragt der Ausdruck „Wort Gottes" über den Ausdruck „Buch Got­tes" hinaus. Er schließt ihn dabei aber zugleich in sich ein.Vom „Wort" Gottes haben wir in dreifachem Sinn zu reden.

1. Christus ist das personhafte „Wort", der „Logos", der von Ewigkeit her anfangslos und wesensgleich als Gott in Gott und bei Gott ist und der dann, bei und seit Erschaffung der Welt, das „Wort" ist, das Gott spricht, der Offenbarer des We­sens, der Gedanken und Taten Gottes, der Mittler der Welt­schöpfung, der Welterhaltung, der Welterlösung und der Herr des Weltgerichts.

2. Von Ihm zeugt das verkündete „Wort", das „Wort Gottes" als allgemeine Botschaft, als Inbegriff der biblischen Heilswahr­heit, als Verkündigung schlechthin, als Gesamtheit alles des­sen, was Gott spricht. In diesem Sinne soll alle mündliche Ver­kündigung der Zeugen Jesu nicht Menschenwort, sondern „Got­teswort" sein (1. Thess. 2, 13) , sowohl das Evangeliumszeug­nis als auch der Dienst am Wort in der Gemeinde (1. Petr. 4, 11) . Dies ist der Sinn fast aller Stellen des Neuen Testaments, in denen der Ausdruck „Wort Gottes" gebraucht wird.

3. Aus diesem verkündeten Wort ist dann, unter der Leitung und im Namen des personhaften Wortes, durch die Inspiration des Heiligen Geistes das schriftliche „Wort Gottes", das Buch Gottes, die Bibel, hervorgegangen. Aber obwohl dies ‑ seinem Begriffsumfang nach ‑ also einen engeren Kreis umschließt, hat es doch, seit dem Aufhören der unmittelbaren, prophetisch-­apostolischen Offenbarung geradezu einzigartige, denkbar al­lerhöchste Bedeutung. Von nun an ist alle mündliche „Gotteswort"‑Verkündigung schlechthin Ausschöpfung, Auslegung und Anwendung des schriftlichen Gotteswortes, und das schriftliche ist richtung‑ und maßgebend (normativ und korrektiv) für jede rechte Verkündigung des mündlichen Gotteswortes. Darum ist das urkundliche, biblische Schriftwort vollgültige, gottgegebene, unausweichliche Autorität.

Quelle: http://www.horst-koch.de/joomla_new/content/view/101/104/

18 Thesen zu den modernen Bibelübersetzungen,
die den Anspruch größerer Verständlichkeit erheben

04.04.2007 Hauszellgemeinde  (eingestellt 31.01.2011)

 

  • Wenn ihr in meinem Worte bleibt, seid ihr wahrhaftig meine Jünger,
    und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

    (Johannes 8:31,32)

  1. Seit einer Generationen verdrängen moderne Bibelübersetzungen die alten aus dem Gebrauch.
    Dies geschieht zum Teil gegen den Willen der Herausgeber – aber es geschieht.
    (Sie sind nicht nur „Einsteigerbibeln“, sondern weithin auch „Verdrängerbibeln“.)
  2. Diese modernen Übersetzungen versprechen eine größere Verständlichkeit bei gleichzeitiger inhaltlicher Treue.
    Der Anspruch, den sie erheben, ist groß: Eine solche Übersetzung „vereint die selbstverständliche Treue zum Original mit dem Bemühen um größtmögliche Verständlichkeit.
    Sie kann genauer als eine ‹wörtliche› Übersetzung angeben, was die Aussage des Textes in einer bestimmten Stelle ist“ (Nachwort „Gute Nachricht“ 1997).
    „Sie soll auf ihre Leser möglichst die gleiche Wirkung haben, wie sie das Original auf die damaligen Leser hatte!“ (Einleitung „Hoffnung für alle“ 2002).
  3. In diesen modernen Bibelausgaben finden sich aber schwerwiegende Umdeutungen, in denen natürliche Gedanken das Bibelwort überlagern.
    In ihnen wird anschaulich, daß Wollen und Vollbringen (Römer 7:19) nicht dasselbe sind:
    die modernen Theorien führen nicht zu einer treuen, geduldigen und kampfbereiten kirchlichen Praxis,
    sondern zu einem eigenwillig verengten Verständnis dieser Praxis.
  4. Der Vergleich zwischen dem Bibeltext in den Ursprachen und den klassischen Bibelübersetzungen auf der einen
    und den modernen Bibelübersetzungen auf der anderen Seite zeigt unter anderem:
    1. An vielen Stellen, wo GOTT die handelnde Person ist, nimmt der Mensch diese Stellung ein.
    2. Wichtige Dimensionen des Bibelwortes werden verdrängt, wie die Heiligkeit und die Herrschaft Gottes und die Knechtschaft Seiner Erwählten.
    3. Der Leib wird einseitig negativ bewertet. Daß GOTT ins Fleisch gekommen ist
      und Seine Gnade gerade den Leib umfangen und in Dienst nehmen will, wird im Text oft unterdrückt.
    4. Das Wort als Wort wird ersetzt durch die direkte Begegnung.
      Wo vom Geschenk des Wortes, von Satzungen, Geboten, Weisungen die Rede ist, wird dies ersetzt durch abstraktere Formeln,
      die eine unmittelbare Gottesbeziehung versprechen.
    5. Wo der Glaube gefragt ist, wird dies mit einem Erkennen, Erfahren oder Erleben gedeutet.
  5. Darin spiegeln sich Vorstellungen und Erwartungen, die zu allen Zeiten die Gemeinde CHRISTI als nahe liegende,
    aber irreführende Meinungen begleitet haben. Ungute Entwicklungen werden dadurch gefördert:
    1. In den Gemeinden verbreitet sich ein Aktivismus. Die Glaubenden fühlen sich zu mehr Leistung gedrängt. Der Erfolg wird zum Maßstab.
    2. Der Respekt vor dem Geheimnis schwindet.
    3. Geistige Leistungen werden höher bewertet als körperliche;
      Geschlechtlichkeit und Mutter- und Vaterschaft verlieren ihre Würde,
      das Wasser der Taufe verliert seine Bedeutung,
      und Krankheit, Tod und Begräbnis werden zu scheinbar bedeutungslosen Randerscheinungen.
    4. Die Sorgfalt und Treue im Umgang mit dem Wort wird zersetzt.
      Die äußeren Rechtsordnungen wie die gegebenen Zusagen verlieren ihre bindende Kraft.
      Wichtig scheint nicht das Wort, sondern die Absicht, der Wille.
    5. In die Frömmigkeit drängt sich das Begehren nach Erlebnissen.
      Das gute Gefühl wird zum Maßstab, und man verlangt, daß möglichst alles möglichst unmittelbar verständlich und anwendbar sein müsse.
  6. Grundlegend für die modernen Übersetzungen ist die Theorie Eugene A. Nidas (amerikanische und internationale Bibelgesellschaft). Nach seiner Lehre von der sogenannten dynamisch-funktionalen, dynamisch-äquivalenten oder auch kommunikativen Methode müssen die Übersetzer nicht Worte und Sätze, sondern das Verstehen und die Wirkung von einer Sprache in die andere übertragen. Die kreative Leistung, die von den Übersetzern gefordert wird, ist unvergleichlich viel größer als bei allen klassischen Übersetzungen. Die Übersetzer müssen den Leuten nicht „auf’s Maul“ schauen (Luther), sondern in das Verstehen. Diese Methode muß den Übersetzern in der Regel mit Macht aufgedrängt werden: „Es braucht vier Wochen, um sie intellektuell..., und weitere zwei Wochen, um sie emotional willig zu machen“ dazu (Nida).
  7. Bis heute fehlt eine biblisch-theologische Begründung für das Recht der angewandten Übersetzungsmethode.
  8. Unsere Kritik an diesen modernen Übersetzungen richtet sich nicht nur gegen einzelne Fehler, sondern dagegen, daß eine neue, eigenwillige und über die Maßen anspruchsvolle Methode die Übersetzungen in bestimmte Bahnen leitet. Dadurch wird der Bibeltext einer bestimmten Sprachphilosophie nachgeordnet, untergeordnet und ihr entsprechend verändert. Nach dem Urteil eines übersetzungswissenschaftlichen Standardwerkes eignet sich die von Nida vorgeschlagene Methode besonders für „naturwissenschaftliche und technische Texte“, etwa Bedienungsanleitungen, nicht aber für religiöse oder poetisch geformte Texte (W. Koller). Sie eignet sich also auf keinen Fall für die Übersetzung der Heiligen Schrift.
  9. Die Behauptung ist falsch und irreführend, mit dieser Methode könne genauer als in herkömmlichen Übersetzungen angegeben werden, was der originale Sinn des ursprünglichen Textes ist. Im besten Fall kann ein Sinnelement stark herausgearbeitet werden. Dies geht aber in der Regel auf Kosten vieler anderer Sinnelemente. Zu Wort kommt, was die Übersetzer verstanden haben.
    (Anmerkung Der Weg: Es ist eine ganz große Gefahr, daß so EIN Mensch seine eigene Meinung und seine Interpretation in die "Übersetzung" der Heiligen Schrift legt und sie so verfälscht! Es kommt darauf an, was GOTT sagen wollte, nicht was die Menschen verstanden haben könnten!)
  10. Es läßt sich zeigen, daß die modernen Bibelausgaben die aufklärerische Kritik an Form und Autorität in den Bibeltext eintragen: Die Bibel wird säkularisiert.
  11. Es ist deshalb nötig, die modernen Bibelausgaben deutlich als freie Übertragungen zu kennzeichnen. Sowohl in ihrem Titel wie in Einführung oder Nachwort und Werbung muß deutlich ausgesagt werden, daß es sich nicht um wortgetreue Übersetzungen handelt, und daß sich diese Bibelausgaben deshalb nicht dafür eignen, das Wort GOTTES als die tägliche geistliche Nahrung aufzunehmen und es mit der ganzen Liebe und dem Vertrauen der Gotteskindschaft ins Herz zu senken.
  12. Wer im Glauben wachsen und reifen will, soll und darf sich einer klassischen Bibelübersetzung anvertrauen (z. B. Zürcher, Schlachter; bitte nur solche, die sich ausdrücklich auf den Textus Receptus als Original berufen!). (Die Schlachter 2000 MacArthur Studienbibel haben wir für Sie auch in unserem Online-Buchladen)
  13. Daß uns solche zuverlässigen Bibelübersetzungen gegeben sind, verdanken wir nicht einer einzelnen Methode, sondern dem Wirken des GEISTES, das an Pfingsten offenbar geworden ist. Er bewirkt, daß dieses Wort in der Gemeinde vernommen und recht beurteilt werden kann (1. Korinther 2:13).
  14. Dazu bedient er sich auch der Menschen, die für den Dienst am Wort beauftragt und ausgebildet sind. Die Bibel selber fordert durch ihre Form und ihren Inhalt, daß Menschen Theologie (und also die biblischen Sprachen) studieren, und daß die Gemeinden deshalb dieses Studium fördern.
  15. Wer die Bibel in richtiger Weise lesen will, bleibt angewiesen auf die Gemeinschaft der Gläubigen und die Erkenntnisse und Gaben, die Gott dieser Gemeinschaft gegeben hat und noch immer schenkt: die Rechtsordnungen und Einsichten, die uns in den Traditionen, Lehren und Liedern der Kirchen begegnen, und die Prediger, Lehrer, Leiter, die Gott zum Dienst beruft.
  16. Das soll nach dem Willen Gottes so sein: Der Glaube ist keine Privatsache.
  17. Als Bibelleser sollen die Glieder der Glaubensgemeinschaft aber mündig und urteilsfähig werden. Das Mittel, durch das die evangelischen Christen eine Freiheit zum Protest auch gegenüber den Pfarrern, Gemeindeleitern und den gesellschaftlichen Normen und Trends erhalten, ist die Heilige Schrift. Dazu müssen sie aber zuverlässig wissen können, was geschrieben steht.
  18. Eine einfacher lesbare, wort- und textgetreue Übersetzung in die deutsche Umgangssprache ohne literarischen Anspruch wäre denkbar. Sie hätte aber in der Frömmigkeitskultur (und damit wirtschaftlich) erst eine Chance, wenn die modernen Übertragungen als solche gekennzeichnet sind. Ob eine solche neue Übersetzung eine richtige Antwort auf die Herausforderung unserer Zeit ist oder die Christenheit nur noch weiter zersplittert, ist eine offene Frage. Unzweifelhaft ist, daß es eine nie abgeschlossene Aufgabe bleibt, das Wort Gottes in den Gemeinden klar zu bewahren und weiterzugeben.

 

Dr. Stefan Felber, Dozent für Altes Testament am Theologischen Seminar St. Chrischona

Dr. Bernhard Rothen, Münsterpfarrer in Basel

Prof. Dr. Peter Wick, Ordinarius für neutestamentliche Wissenschaft in Bochum

Für nähere Informationen und Textbelege: http://www.bibeluebersetzung.ch

*Quelle: http://der-weg.org/bibel.html

Was lehrt die Katholische Kirche über die Bibel?

Im neuen römisch-katholischen Katechismus (Katechismus der Katholischen Kirche = KKK) wird zunächst festgestellt, dass Gott der Urheber, der Autor der Heiligen Schrift, ist, dass die Heilige Schrift entstanden ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes. Gott hat die menschlichen Verfasser der Heiligen Schrift inspiriert (KKK Nr. 105 und 106). Sie ist also Gottes Wort und Menschenwort. Das wird von römisch-katholischer Seite durchaus gesagt, auch dass die inspirierten Bücher die Wahrheit lehren (Nr. 106). In KKK Nr. 107 heißt es:

"Da also all das, was die inspirierten Verfasser oder Hagiographen aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt gelten muß, ist von den Büchern der Schrift zu bekennen, daß sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren, die Gott um unseres Heiles Willen in heiligen Schriften aufgezeichnet haben wollte."

In der dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung vom II. Vatikanischen Konzil wird behauptet, dass eine Irrtumsmöglichkeit auf rein profanem (weltlichem) Gebiet in der Heiligen Schrift bestehe. Die Heilige Schrift lehre alles das wortgetreu und ohne Irrtum, was Gott

"um unseres Heiles Willen in den Heiligen Schriften aufgezeichnet haben wollte",

aber es gebe Irrtümer auf historischem und naturwissenschaftlichem Gebiet (Neuner-Roos, S. 105).

Die Wahrheit wird also in Heilsfragen betont, aber nicht unbedingt in naturwissenschaftlichen Fragen. Davon ist man inzwischen im Katholizismus davon abgerückt (s.u.). Diese verhängnisvolle Unterscheidung finden wir unter dem Einfluss der Aufklärungsphilosophie und "modernen" Theologie also inzwischen auch im Katholizismus: die Unterscheidung zwischen Zuverlässigkeit in Heilsdingen, aber angeblich mangelnder Zuverlässigkeit im naturwissenschaftlichen oder historischen Bereich (s. hierzu ausführlicher: Bibel; Bibelkritik).

Ferner wird festgestellt, daß der christliche Glaube nicht eine Buchreligion sei, sondern dass das lebendige Wort, Christus selber, im Zentrum stehe (KKK Nr. 108). Und d iese Feststellung, dass das Christentum keine Buchreligion sei, ebnet den Weg für eine "dynamische" ("lebendige", "bewegliche") Auffassung vom Wort Gottes: vom Wort, das nicht im Buch der Heiligen Schrift allein fixiert sei, sondern lebendig auch heute durch Tradition und Lehramt zu uns spreche. So wird in Nr. 113 des Römischen Katechismus gesagt:

"Die Schrift ´in der lebendigen Überlieferung der Gesamtkirche` lesen."

Die Schrift und ihre Auslegung ist also eingebettet in die Tradition mit dem daraus erwachsenen Lehramt. So wird die Bedeutung der Heiligen Schrift relativiert und der Auslegung des Lehramts (Papsttum) unterworfen
.

Ebenfalls im neuen Katechismus wird die mittelalterliche Lehre vom vierfachen Schriftsinn aufgegriffen und für die Gegenwart bestätigt. Diese Lehre führt zur Relativierung der klaren Aussagen der Heiligen Schrift. So heißt es in Nr. 115:

"Nach einer alten Überlieferung ist der Sinn der Schrift ein doppelter: der wörtliche Sinn und der geistliche Sinn. Dieser letztere kann ein allegorischer, ein moralischer und ein anagogischer sein."

Der allegorische Sinn ist eine Deutung über dem Wortsinn hinaus. Es wird etwas hineingelegt, was nicht vom Text und Kontext her dasteht. — Der moralische Sinn bezieht sich auf das richtige Handeln des Menschen, die Anwendung eines Textes auf das gegenwärtige Handeln; auch wenn es ein Geschichtsbericht ist, wird er jetzt auf das Handeln des heutigen Menschen gedeutet. — Und der anagogische Sinn möchte

"Wirklichkeiten und Ereignisse in ihrer ewigen Bedeutung sehen, die uns zur ewigen Heimat hinaufführt",

wie es im Katechismus formuliert wird (Nr. 117). Dies hat also eine eschatologische Komponente.

Der Merkvers des Mittelalters lautet: "Litera gesta docet, quid credas allegoria, moralis quid agas, qou tendas anagogia." Auf deutsch: "Der Buchstabe lehrt die Ereignisse; was du zu glauben hast, die Allegorie; die Moral, was du zu tun hast; wohin du streben sollst, die Anagogie."

Beurteilung: In der Predigt ist die Anwendung eines mehrfachen Schriftsinns – in aller Behutsamkeit und Vorsicht – durchaus legitim, wenn es um persönliche Anwendungsbereiche geht, aber nicht wenn Lehren aufgestellt werden. Wenn Lehren aufgestellt werden, ist vom Wortsinn auszugehen. Die erbauliche Anwendung, etwa in einer Predigt, ist also zu unterscheiden von der Aufstellung eines Dogmengebäudes. Aber genau dies geschieht im katholischen Denken, dass mit Hilfe des "geistlichen" (allegorischen, moralischen und anagogischen) Schriftsinnes Lehrgebäude aufgebaut werden. Die Reformatoren haben demgegenüber zu Recht die Rückkehr zum eindeutigen Wortsinn und zur Klarheit der Heiligen Schrift (claritas scripturae) eingefordert und betrieben.


D. Das Verhältnis zwischen Heiliger Schrift, Tradition und Lehramt

Wie gestaltet sich nun das Verhältnis zwischen Heiliger Schrift, Tradition und Lehramt der Katholischen Kirche? Hierzu heißt es in Neuner-Roos auf Seite 70:

"Insofern nämlich dieses schriftliche Zeugnis vom Glauben der Urkirche als bleibend normative Größe für die späteren Zeiten der Kirche von Gott gewollt ist, ist die Heilige Schrift unmittelbar von Gott eingegeben. Gott ist ihr Urheber, was echte menschliche Verfasserschaft aber nicht ausschließt ... Auch das kirchliche Lehramt hat gegenüber dem in der Heiligen Schrift niedergelegten Wort Gottes nur eine hörende und dienende Funktion. Das Lehramt ist nicht Norm der Schrift, sondern Norm des Schriftverständnisses des Einzelnen in der Kirche."

Es gibt also keine Freiheit des Einzelnen, die Schrift zu verstehen, sondern die Auslegung, die das kirchliche Lehramt — zugespitzt in der Person des Papstes — vertritt, ist normativ für alle Glieder der Römisch-Katholischen Kirche. Deshalb hat die Katholische Kirche jahrhundertelang ihren Gläubigen die Heilige Schrift vorenthalten, weil sie davon ausging, der Einzelne könne die Bibel gar nicht richtig verstehen. Es müsse alles lehramtlich für die Gemeinden definiert werden. Wir lesen weiter bei Neuner-Roos auf Seite 70:

"Aber Gott konnte nicht dem Buchstaben allein seine Offenbarung und sein Gnadenangebot anvertrauen, sondern das geschriebene Wort muß in das lebendige Wort der Überlieferung eingegliedert bleiben."

Das Lehramt ist also der Heiligen Schrift vorgeordnet, was die Auslegung und Vergegenwärtigung anbetrifft. Dies wird durch das weitere Zitat noch deutlicher:

"Schon allein die Bestimmung, welche Bücher von Gott eingegeben sind, ist nur durch die lebendige Überlieferung möglich, da ja kein Buch an sich selber unmittelbar die Zeichen göttlicher Eingebung trägt. Vor allem aber bedarf der Inhalt der Heiligen Schrift selbst einer Norm der Auslegung und stets neuen Aktualisierung ... So hat die Kirche, gegen die reformierten (gemeint ist wohl: reformatorischen; L. G.) Kirchen, immer daran festgehalten, daß der Buchstabe der Heiligen Schrift für sich allein nicht die ausschließliche Norm des Glaubens sein kann. Vielmehr ist das Wort Gottes in der Heiligen Schrift der ganzen Kirche anvertraut, die durch das authentische Lehramt den Sinn der Schrift darzulegen hat und dies unter dem Beistand des verheißenen Heiligen Geistes, vor allem in ihrer Glaubenspredigt und unter Umständen auch durch authentische, ja in seltenen Fällen durch unfehlbare Einzelentscheidungen tut" (Neuner-Roos, S. 70 f.).

Dies richtet sich unmittelbar gegen das reformatorische ‘sola scriptura’, ‘Allein die Heilige Schrift’. Es sei also nicht die Heilige Schrift die ausschließliche Norm des Glaubens, sondern das authentische Lehramt habe dieses in der Heiligen Schrift verankerte Wort Gottes authentisch darzulegen unter Beistand des Heiligen Geistes, gegebenenfalls unfehlbar. Hier wird eine in Wirklichkeit menschliche Autorität, das Papsttum, über das inspirierte Wort Gottes gestellt, da die Auslegung ja der Schlüssel sei zum Wort Gottes selber und ohne diese Zwischenstufe, diesen Schlüssel, keiner das Wort Gottes angeblich richtig verstehen könne. Das wird auch offen zugegeben, indem gesagt wird, dass die Überlieferung gegenüber der Heiligen Schrift das Umfassendere sei:

"Denn Überlieferung ist, ohne den Boden der Schrift zu verlassen, mehr als der Buchstabe der Schrift. Die Überlieferung ist das Umfassendere, da es einen Fortschritt im Verständnis der überlieferten Worte und Dinge gibt und die Kirche aus der lebendigen Überlieferung die Gewißheit über alles Geoffenbarte schöpft (Dogmenentwicklung)" (Neuner-Roos, S. 71).

Die Überlieferung erfährt also gegenüber der Heiligen Schrift eine enorme Aufwertung, ja, ohne sie könne niemand die Schrift wirklich verstehen. Somit wird also in die Hände des Papstes und des Bischofskollegiums unter Leitung des Papstes die letztgültige Auslegung gelegt. Im II. Vatikanum wurde dies so definiert:

"Die Heilige Schrift ist Gottes Rede, insofern sie unter dem Anhauch des Heiligen Geistes schriftlich aufgezeichnet wurde. Die Heilige Überlieferung aber gibt das Wort Gottes, das von Christus dem Herrn und vom Heiligen Geist den Aposteln anvertraut wurde, unversehrt an deren Nachfolger weiter, damit sie es unter der erleuchtenden Führung des Geistes der Wahrheit in ihrer Verkündigung treu bewahren, erklären und ausbreiten. So ergibt sich, daß die Kirche ihre Gewißheit über alles Geoffenbarte nicht aus der Heiligen Schrift allein schöpft. Daher sollen beide mit gleicher Liebe und Achtung angenommen und verehrt werden" (Neuner-Roos Nr. 148).

Die Heilige Schrift sei also Gottes Rede unter Anhauch des Heiligen Geistes, die Überlieferung sei die anvertraute Basis für die heutige Auslegung. Jetzt kommt der dritte Aspekt:

"Die Aufgabe aber, das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes verbindlich zu erklären, ist nur dem lebendigen Lehramt der Kirche anvertraut, dessen Vollmacht im Namen Jesu Christi ausgeübt wird" (Neuner-Roos Nr. 149).

Und nun eine gewisse Abmilderung:

[size=24]"Das Lehramt ist nicht über dem Wort Gottes, sondern dient ihm, indem es nichts lehrt, als was überliefert ist, weil es das Wort Gottes aus göttlichem Auftrag und mit dem Beistand des Heiligen Geistes voll Ehrfurcht hört, heilig bewahrt und treu auslegt und weil es alles, was es als von Gott geoffenbart zu glauben vorlegt, aus diesem einen Schatz des Glaubens schöpft" (ebd.).

Es wird also beansprucht, das Lehramt habe zwar eine wichtige Funktion, aber es sei im Einklang mit der Heiligen Schrift. Das ist der Selbstanspruch, den wir durchaus hören und prüfen müssen. Wenn wir allerdings die Lehrentwicklung der Katholischen Kirche betrachten, treten viele — auch massive! — Widersprüche zur Lehre der Heiligen Schrift selber auf, die man, wenn man sich nicht blind einem päpstlichen Lehramt unterwirft, eindeutig erkennen kann (Sonderlehren).
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Katholischerseits wird argumentiert, dass die Überlieferung der Heiligen Schrift historisch vorausgegangen ist, dass zuerst die mündliche Überlieferung da war und dann erst die Bibel entstand. Ist diese Behauptung haltbar oder nicht? Ich möchte im Anschluss an James McCarthy (Das Evangelium nach Rom, S. 379 ff.) Folgendes dazu bemerken:



Erstens:

Christen waren niemals ohne Heilige Schrift. Sie hatten ja bereits die Schriften des Alten Testaments, des Alten Bundes. Dies wird etwa zum Ausdruck gebracht, als der auferstandene Herr seinen Jüngern auf dem Weg nach Emmaus begegnet und ihnen sagt:

"Oh, ihr Unverständigen und im Herzen zu träge, an alles zu glauben, was die Propheten geredet haben" (Lk 24, 25).

Jesus erklärte seinen Jüngern, die er traf, von den Schriften des Alten Bundes her die Heilstatsachen, die in Jerusalem in seiner Gestalt geschehen waren. Die Gemeinde war also nie ohne Schrift. Es kamen dann natürlich die neutestamentlichen Schriften hinzu, die Jesus selber vorausgesagt hatte in Johannes 16:

"Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er`s nehmen und euch verkündigen" (Joh 16,12-15).

Die Verherrlichung Jesu geschah einige Zeit später vor allem durch die Evangelien, die Unterweisung in der Wahrheit vor allem durch die Briefe und die Verkündigung der Zukunft vor allem durch die Johannesoffenbarung. So hat sich diese Ankündigung Jesu Christi wortwörtlich erfüllt.
Zweitens:

Die Heilige Schrift stellt nicht lediglich aufgeschriebene Überlieferung dar und wäre damit auf einer Linie mit der römisch-katholischen Tradition, sondern der Selbstanspruch ist nach 2. Tim. 3, 16 und 2. Petr. 1, 20f., dass es sich bei der Heiligen Schrift um vom Heiligen Geist unmittelbar inspirierte Aufzeichnungen handelt. Man kann sicherlich nicht behaupten, dass die kirchliche Tradition im gleichen Maße und in gleicher Weise inspiriert ist wie die Heilige Schrift.


[b]Drittens
ist festzustellen, daß wir die Heilige Schrift nicht von der Römisch-Katholischen Kirche empfangen haben, sondern durch die Eingebung des Heiligen Geistes. Natürlich gibt es eine historische Entwicklung vom Urchristentum zum Frühkatholizismus, aber diese zog sich über Jahrhunderte hin und erreichte erst im 4. Jahrhundert mit der Entstehung der vom Kaiser anerkannten Reichskirche eine erste Ausformung (s. Papsttum) Entscheidend für die Anerkennung der einzelnen Bücher des Neuen Testaments war nicht in erster Linie deren kirchenamtliche Beglaubigung, sondern die Tatsache, dass sie sich lange zuvor bereits selber als echtes Wort Gottes ausgewiesen haben durch ihren Inhalt, ihre Herkunft von Aposteln oder Apostelschülern und durch die Einheitlichkeit ihrer Lehre (ohne gnostischen oder sonstigen häretischen Einschlag). Schriften, die nicht mit dieser Apostellehre übereinstimmten, wurden schon sehr früh als apokryph oder pseudepigraph ausgeschieden.
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Viertens:
Entscheidend allerdings ist die Tatsache, dass die Bibel, die Heilige Schrift, alles Heilsnotwendige in sich selber enthält, dass also keine zusätzliche Offenbarung oder Neuoffenbarung notwendig ist für das Heil des Menschen. In Joh 21,25 wird gesagt:

"Es gibt aber auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat. Wenn diese alle einzeln niedergeschrieben würden, so würde, scheint mir, selbst die Welt die geschriebenen Bücher nicht fassen."

Und in Joh 20, 30 f. heißt es:

"Auch viele andere Zeichen hat nun zwar Jesus vor den Jüngern getan, die nicht in diesem Buch geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen."

Es wird also nur berichtet, was für den Glauben, der das Heil als Gnadengeschenk Gottes empfängt, notwendig ist — und keine zusätzlichen neuen Offenbarungen. Wir denken hierbei insbesondere auch an den Schluß der Bibel in Offb 22,18 f.:

"Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind. Und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist."

Es ist also illegitim, etwas hinzuzufügen oder hinwegzunehmen, wie es die Katholische Kirche in Form ihrer Tradition tut.


E. Katholische Theologie und historisch-kritische Methode

Heute ist in der Katholischen Kirche die historisch-kritische Methode seit dem II. Vatikanischen Konzil anerkannt. Das war nicht immer so, hatte es doch noch im Antimodernisteneid aus dem Jahre 1910 geheißen, dass eben dieser rationalistische Zugang zur Schrift zu verwerfen ist. Inzwischen hat man sich aber unter dem Druck des Zeitgeistes dem historisch-kritischen Denken in der Schriftfrage geöffnet.

Allerdings ist die Katholische Kirche insgesamt — zumindest von Rom her gesehen — doch noch konservativer als viele protestantische Exegeten, die hier manchmal kein Halten mehr kennen; man denke an Theologen wie Rudolf Bultmann, Gerd Lüdemann und andere. In der Katholischen Kirche hält man durchaus daran fest, dass die Heilige Schrift frei sei von Irrtum im Bezeugen jener Wahrheit, die Gott um unseres Heiles Willen aufgezeichnet hat. Aber es wird auch gesagt, dass die Verfasser "echte menschliche Verfasser" sind. "Ihre Aussageabsicht (ist) durch die Beachtung ihrer geschichtlichen Situation, der literarischen Art ihrer Darstellung und überhaupt durch anerkannte exegetische Forschungsmethoden zu erarbeiten" (Neuner-Roos, S. 73).

Da die Katholische Kirche die Schrift nicht als absoluten und einzigen Maßstab sieht, hat sie es relativ einfach, dass die historische Kritik ihr (der Kirche) keinen Schaden zufügt, indem sie sagt:

"Die Überlieferung ist Norm der Schrifterklärung" (ebd.).

Das heißt, wenn die Schrift fällt, bleibt der Katholischen Kirche immer noch die Überlieferung und das Lehramt. Das ist ihr Vorteil, den sie gegenüber evangelischen Kirchen hat, die ja sagen ‘Allein die Schrift’. Und wenn die Schrift destruiert wird — auch nur versuchsweise -, schwimmen die Grundlagen davon. Die Katholische Kirche hat aber drei Standbeine und daher besitzt sie immer noch — auch wenn sie humpelt — eine gewisse Standfestigkeit.

Das Eindringen der historisch-kritischen Methode in die katholische Exegese begann beim II. Vatikanischen Konzil, etwa verlautbart in der Instruktion der päpstlichen Bibelkommission vom 21. April 1964. Hier wird von der "Notwendigkeit der rationalen Hermeneutik" gesprochen und es wird ausgeführt:

"Wo es nötig erscheint, darf der Ausleger fragen, welche gesunden Elemente die ´formgeschichtliche Methode` enthält, die er zu einem volleren Verständnis der Evangelien mit Recht benützen könnte. Doch möge er dabei umsichtig vorgehen, da mit dieser Methode oft nicht zu billigende philosophische oder theologische Prinzipien offensichtlich verquickt sind, die sowohl die Methode, als auch die literarischen Schlußfolgerungen nicht selten verderben. Manche Vertreter dieser Methoden weigern sich nämlich, durch vorgefaßte rationalistische Meinungen verführt, die Existenz einer übernatürlichen Ordnung und das aufgrund von Offenbarungen im eigentlichen Sinne erfolgte Eingreifen eines persönlichen Gottes zu berücksichtigen" (Neuner-Roos Nr. 140).

Man ist also vorsichtiger. Ferner wird ausgeführt, dass alles angewandt werden kann, "was die allseits wohlbedachte historische Methode beibringt. Diese erforscht eifrig die Quellen und bestimmt ihre Eigenart und Tragweite; als Hilfsmittel bedient sie sich der Textkritik, der Literarkritik und der Sprachenkenntnis" (Neuner-Roos Nr. 139).

Die Entscheidung beim II. Vatikanum lautete also: Die historisch-kritische Methode ja, aber doch mit Vorsicht zu handhaben. Natürlich ist das eine gewisse Gummiformel, denn wo ist dann die Grenze, wo ist dann die rationalistische Wucherung und wo kann sie noch gestoppt werden? Ich denke, wenn ein Krebs erst einmal angefangen hat, ist es immer schwer, ihn noch zu stoppen, bildhaft gesprochen. Man kann ihn im Grunde genommen nur noch herausschneiden (s. hierzu ausführlicher: Bibel; Bibelkritik). Auch wird gesagt:

"Die Wahrheit einer Erzählung wird nämlich nicht im mindesten davon berührt, daß die Evangelisten Worte und Taten des Herrn in verschiedener Reihenfolge berichten und seine Reden nicht wortwörtlich, dennoch sinngemäß, in verschiedener Weise zum Ausdruck bringen" (Neuner-Roos Nr. 143).

Das mag zum Teil verständlich sein, und es ist durchaus wahrscheinlich, dass die Jünger memoriert (sich ins Gedächtnis eingeprägt) haben, was Jesus gesagt hat. Dennoch ist hier eine gewisse Öffnung, dass vieles dann behauptet werden kann, vorhanden, wo man sagt: Nur "sinngemäß" sei es überliefert. Hingegen ist beim Memorieren gemäß rabbinischer Tradition durchaus von einem wörtlichen Memorieren des Gehörten auszugehen (vgl. z.B die Forschungen von Riesenfeld, Gerhardsson und Riesner).


F. Die Apokryphen

Dies ist der Begriff für die ‘verborgenen’ Bücher. Die Apokryphen wurden von der Römisch-Katholischen Kirche im Tridentinischen Konzil ausdrücklich als heilige Schriften bezeichnet und festgehalten im Gegensatz zu den Reformatoren, welche diese als zwar "nützlich und gut zu lesen", aber doch nicht der Heiligen Schrift gleichzuordnen bezeichnet hatten. Im römisch-katholischen "Verzeichnis der heiligen Bücher" werden folgende aufgezählt:

"Aus dem Alten Testament: Die 5 Bücher Mosis, nämlich Genesis, Exodus, Leviticus, Numeri, Deuteronomium; Josua, Richter, Ruth, 4 Bücher der Könige, 2 Bücher der Chronik, das erste Buch Esdras und das zweite, das Nehemias heißt, Tobias, Judith, Esther, Job, Davids Psalmenbuch mit 150 Psalmen, Die Sprüche, der Prediger, das Hohelied, Weisheit, Ecclesiasticus, Isaias, Jeremias mit Baruch, Ezechiel, Daniel, die 12 kleinen Propheten, nämlich Osea, Joel, Amos, Abdias, Jonas, Michäas, Nahum, Habakuk, Sophonias, Aggäus, Zacharias, Malachias, 2 Bücher der Makkabäer, das erste und zweite." (Neuner-Roos Nr. 89; die von mir kursiv gesetzten Bücher sind Apokryphen; zu ergänzen wäre noch Jesus Sirach).
Im Neuen Testament gibt es keine Apokryphen, die in die Bibel gelangt wären (s.o.). Für die Katholische Kirche ist die Vulgata die maßgebende Schriftausgabe, also die lateinische Übersetzung durch Hieronymus, und nicht der griechische und hebräische Urtext (Neuner-Roos Nr. 92).

In reformatorischer Sicht werden die kanonischen Bücher von den Apokryphen unterschieden. Die kanonischen Bücher sind von Gott inspiriert; sie allein sind Norm und Richtschnur unseres Glaubens. Bei den apokryphen Büchern ist aber ihr göttlicher Ursprung entweder zweifelhaft oder es ist erwiesen, daß kein solcher vorhanden ist. Es wird etwa am Anfang von Jesus Sirach ausdrücklich festgestellt, dass hier menschliche Überzeugungen und Lebensweisheiten vorgestellt werden. So interessant und nützlich sie auch sind, aber sie haben keine letzte Autorität. Es fehlt bei den Apokryphen das innere Zeugnis des Heiligen Geistes, auch das Alter der Schrift und das Zurückgehen auf die ältesten Traditionen. Die Apokryphen selber beanspruchen nicht, dass sie von Gott inspiriert seien. So heißt es in 2. Makkabäer 15,38: "Ist sie (nämlich die Zusammenfassung eines anderen) Werkes gut und geschickt erzählt, habe ich mein Ziel erreicht. Ist sie aber schlecht oder mittelmäßig, ich habe mein Bestes getan." So schreibt ein menschlicher Autor, aber niemals Gott. Und sogar die Römisch-Katholische Kirche hatte bis zum Konzil von Trient die Apokryphen nicht als dogmatisch inspiriert erklärt.

Warum aber hält die Katholische Kirche inzwischen ausgerechnet an den Apokryphen so eisern fest? Die Apokryphen enthalten wesentliche Irrlehren, die die Katholische Kirche vertritt.

Zu diesen Irrlehren gehört vor allem :

* das Gebet für die Verstorbenen (2. Makkabäer 12,43-45),
* das Praktizieren abergläubischer Methoden (Tobit 6,7 f.),
* die Errettung durch gute Werke (Tobit 12,9)
* und die Anschauung, daß Erlösung auch ohne göttliche Vergebung möglich sei (Weisheit 10,2).


Solche Lehren also, die man findet oder auch herausliest aus gewissen Stellen, finden sich in den Apokryphen — und das kann nicht im Einklang stehen mit dem Wort Gottes, in welchem ja genau diese Dinge abgelehnt werden. Man denke etwa an das Verbot des Spiritismus, an die Erlösung des Sünders allein aus Gnaden und an das Verbot abergläubischer Praktiken insgesamt.



Etliche Texte sind auch in gedruckter Form erschienen in verschiedenen Handbüchern (je 144-200 Seiten, je 9,80 Euro):

1. Kleines Sekten-Handbuch
2. Kleines Kirchen-Handbuch
3. Kleines Ökumene-Handbuch
4. Kleines Endzeit-Handbuch
5. Kleines Katholizismus-Handbuch
6. Kleines Anthroposophie-Handbuch
7. Kleines Zeugen Jehovas-Handbuch
8. Kleines Ideologien-Handbuch
9. Kleines Esoterik-Handbuch
10. Kleines Theologie-Handbuch

Weitere Handbücher (über Theologie, Esoterik, u.a.) sind geplant. Informationen und (Vor-)Bestellungen bei www.mabo-verlag.de oder www.l-gassmann.de

aus: www.bible-only.org

*Quelle: http://irrglaube.parlaris.com/ftopic10292.html&highlight=papsttum

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